Liebe Familie, liebe Freunde, liebe Gäste, die wir lieben, so ganz der Verpflichtungen wollen wir uns nicht entziehen, also haben wir ein bisschen was geschrieben. Denn wer uns kennt, der weiß – tanzen und singen, egal mit wieviel Fleiß, das können wir nicht und können wir euch nicht antun, trotzdem dürft ihr euch jetzt kurz ausruh’n während wir ein paar Dinge, die uns am Herzen liegen, in einen kleinen poetry slam – wie man das auf Neudeutsch so nennt – versuchen hinein / zu / biegen. Der Hochzeitswalzer ist wohl genauso Teil der Traditionen,wie Brautstraußwerfen, Spiele, Blumenschmuck,Torteanschneiden, Brautstehlen, Polterabend,alles Teil der unzähligen Konventionen.Doch all das / samma ned.Wir hoffen, dass man’s eh verstehtwenn man bedenkt wie wir sind -Zitat „ein bisserl anders“, aber eh gut gesinnt. Doch ganz woll’n wir uns vor dem Walzer nicht drücken,ihn jedoch für diesen Abend als Tanz der Worte schmücken. Sprache und Reden, das ist unsere Welt, man zahlt uns dafür zwar kein fürstliches Geld. Nichtsdestotrotz tun wir’s ständig und gern, aber liegt uns dabei nichts so fern, wie das Publikum zu langweilen. Mit Dingen, die wir – aus unerklärlichen Gründen – so spannend finden. Nein, nein, mit Politik und Diplomatie quälen wir euch heute (ausnahmsweise) nicht, dafür mit einem Gedicht, oder sowas ähnlichem, über das Einzige, was heute wichtig ist – euch alle. Doch wie gelingt ein solches Unterfangen? Ein Blick in die große Runde weckt jetzt wahrscheinlich so manches Bangen, hier gefangen zu sein während wir euch mit langen Anekdoten belangen. Keine Angst, das machen wir nicht. Dennoch entlassen wir euch nicht der Pflicht, uns zuzuhören für einige (60 - 90) Minuten. Auf der Suche nach einem roten Faden, einem verbindenden Thema sozusagen, sind wir mühelos gestolpert über die vielen netten Stunden,die wir mit euch erlebt zu zweit, zu viert, mit der Familie oder in ganz großen Runden. Sehr oft wurde hierbei freudvoll gelacht, gespeist und getrunken,und man ist gemeinsam in den längsten Abenden versunken.Und da gibts eine Mär, ein Märchen, ein Geschichterl sozusagen,dass wir, die Meni und ich, uns selbst nach den vergnüglichsten Nächten nicht gleich ins Bett wagen.Tja, wie soll ich sagen, diese Erzählungen sind wahr -ein jeder Abend, der endet für uns an unserer Bar:
An diesem schönen Holzbrett in Brusthöhe,an dem es sich so schön lehnt, wo man nie nach Bier, Campari oder Gin Tonic sehnt,und stundenlang die liebsten Lieder,gespielt werden immer wieder und wieder,bis die ersten Sonnenstrahlenuns ins Bett zwingen,bis zum nächsten Mal.„Na eines trink ma noch“ist die Devise und dazu guter Rock und eine PriseWienerlied und Heavy Metalund all das, in ständ‘gem battlewer denn das nächste Lied aussuchen darf.Bezahlt wird das mit dem wohlverdienten Schlaf.Und schon beginnt der Teufelskreis.Doch gerne zahlen wir diesen Preis.Für schöne Gespräche und gute Musik.Wie großartig, dass es diese Beziehung und ab heute Ehe gibt. Und heute Abend ist die Kunigunde unsere Bar, an der wir feiern dürfenmit solch großer Schar an unterschiedlichsten Leuten in gemütlichem Rahmen.All ihre Namen, die kennen wohl nur wir. Sie voneinander zu erfahren, das könnt aber auch ihr, vielleicht bei 5 bis 15 Bier. Doch wer sind all die so lieb gewonnenen Leute,auf die man sich jetzt monatelang freute,unsere Weggefährten aus vielen Epochen,hier welche, mit denen lernte Markus so gut kochen,dort welche mit denen wir im Studium die hohe Politik besprochen,unsere WG-Mitbewohner und Volksschulfreunde,die Gulaschkocher und Spätnachtplantscher,die Fußballer, Skifahrer und Tarockierer,Vorgesetzte, Arbeitgeber und Diskutierer,unsere Reisepartner, POWI-Mädls und Yogarunden,unsere Freunde mit denen wir gemeinsam die Welt erkunden,die Arbeitskollegen von UNO, Außenamt, Diplomatischer Akademie,die Welt und den Weltraum zu befrieden, das gelingt uns wohl leider nie.Korruptionsforscher und Weltenbummla,die Haurer, Weinwagen-Wagler und Hiata-Buama,die Damenrunden, Weinverkoster und Wiesn-Kollegen,kurzum, Freunde - ihr seid ein Segen.Danke an euch für die vielen schönen Stunden,wir freuen uns schon jetzt auf die nächsten hier in der Kunigundn. Dem aufmerksamen Ohr mit Sicherheit nicht entgangenist das Fehlen einer Gruppe, mit der wir bewusst nicht angefangen.Denn ihre Rolle ist die besonderste der Welt,umso wichtiger, dass man stets im Auge behält,was man an ihr hat und wie wichtig sie ist.Nicht nur in Krisen und Trauermomenten,nein, stetig im Alltag, nicht nur in Fragmenten.Dieses größte Glück der Welt, das haben wir,mit Familie, die für uns da ist, und dafür danken wir ihr,mit Herzlichkeit und Freundschaft im Herzen,wissen wir mit ihr nicht nur zu scherzen,auch tiefe Gespräche und guter Rat,sind Teil dieser Freude (auch wenn man nicht um ihn bat).Unser Dank gehört euch für all das und mehr,eins bleibt noch zu sagen - wir lieben euch sehr. Einige, tragen wir leider nur im Herzenund müssen mit Trauer ihre Abwesenheit verschmerzen.Doch vergessen sind sie keine Sekunde,sind sie doch sowieso als Schutzengel bei uns in jeder Stunde.So verlässlich wachen sie über uns - jeden Moment unseres Lebens,d’rum bitten wir euch, lasst uns zum Dank in Stille unser Glas auf sie heben. Danke, für diesen Moment, der nun gefolgt wird von dem, worauf ihr schon brennt,zu wissen worum’s hier eigentlich geht undworum sich dieser eigenwillige Dialog denn dreht.Uns gegenseitig gesagt wie sehr wir uns liebendas haben wir schon oft genug und hat uns schließlich hier alle zusammengetrieben.Daher verzichten wir jetzt auf ausufernde Liebeskunden,möchten aber dennoch den Poetry-Slam gebührend abrunden. Ein großes Fest, das feiern wir nämlich selten,sind viele unserer Freunde doch in entfernten Welten,dass ihr alle, unsere Wegbegleiter aus so vielen Lebensabschnitten,Euren Weg heute hierher zu uns gefunden habt, auch ohne groß bitten,ist ein Geschenk.Und als Brautpaar nehmen wir uns jetzt herausauf euch anzustoßen - und das ganz gebührend vor diesem schönen Haus,denn so ein Fest zu veranstalten ist kein leichtes Unterfangenmit einem Rückhalt wie Eurem allerdings auch kein schwieriges Belangen.So eine große Gästeschar ist wahrlich nicht alltäglich und darum Prost auf euch, herzlichen Dank für euer Kommen, auf das unsere Verbundenheit hält auf ewich. Politologen sei Dank, gibt’s immer was zu sagen,ob inhaltlich viel Wert, ist oft zu hinterfragen.Doch trifft das natürlich auf uns zwei nicht zu,präzise und ehrlich sind wir in allem was wir tun. Und so kommt das lange Gerede endlich zum Schluss,das Buffet ist eröffnet und jetzt noch ein Kuss.